01.09.2019

Hosentaschentipps

Keine Zeit für kleine Pausen?

Ich bemerke meinen Durst, meinen Hunger und stelle fest, dass ich schon wieder seit geraumer Zeit durcharbeite. Keine kleine Pause bedeutet, keine Bewegung, kein Durchlüften des Büros, nichts zu trinken und den Hunger zu überfühlen. Alles ausgeblendet für die Arbeit. Ist das gesund?

Natürlich nicht!

Dauerbelastung in jeglicher Form kann krank machen. Der Adrenalinspiegel im Körper steigt an, wenn wir startklar sein müssen für anstehende Belastungen. Das ist auch gut so, denn es macht uns wach und klar, Entscheidungen können getroffen werden. Nach getaner Arbeit braucht der Körper aber auch seine Pausen, damit dieser Hormonspiegel wieder abgebaut werden kann. Am schnellsten geht das durch Bewegung. Eine regelmäßige Runde um den Block kann ausreichen, um den Adrenalinspiegel in Balance zu halten.

Passiert dies nicht, und dem Körper wird signalisiert… weitermachen, weitermachen, weitermachen, erhöht sich der Hormonspiegel und erneutes Adrenalin wird obendrauf gepackt. Wenn es dem Körper zu viel wird, sendet er uns meist die ersten Signale. Diese zu erkennen und zu lesen, fällt vielen Menschen schwer. Im Folgenden nenne ich einige Symptome, die durch zu viel Belastung verursacht werden, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit.

Auf der körperlichen Ebene sind zu nennen: Herzklopfen, Magenbeschwerden, Schwächegefühl, Schlafstörungen, erhöhte Muskelspannung.

Im sozialen Verhalten treten oft folgende Reaktionen ein: Es werden keine Pausen gemacht, sozialer Rückzug, Suchtverhalten, aggressives Verhalten, mangelnde Ordnung und Konzentration.

Die Menschen erleben sich selbst oft als hilflos, ängstlich, reizbar, traurig und ohnmächtig.

Das Gefühl: `Alles entgleitet mir´ ist ein schreckliches Gefühl, das für niemanden wünschenswert ist. Sekundär sind auch die Angehörigen, Freunde oder direkten Arbeitskollegen betroffen. Der Zustand der Überbelastung als 3. mitzubekommen, aber völlig machtlos zuschauen zu müssen, wie der Betroffene „vor die Hunde geht“, ist nicht leicht, oft unerträglich. Oftmals werden wohlgemeinte Nachfragen und formulierte  Sorgen von dem Betroffenen beiseite-geschoben. Er erkennt die sich immer weiter zuspitzende Situation meist erst viel später.

Um all diesem ein wenig vorzubeugen, habe ich die Hosentaschentipps entworfen. Tipps für Ausgeglichenheit und innere Balance. Entstanden sind sie in den letzten Monaten und Wochen. Die Idee kam eigentlich von den Workshopteilnehmern*innen der Resilienzvorträge. Sie wünschten sich, unabhängig voneinander, eine Sammlung meiner Alltagstipps zur Achtsamkeit, die ich in den Workshops mündlich formuliert habe. Viele Tipps kommen Ihnen bestimmt bekannt vor. Die Kunst besteht darin, sie auch in die Tat umzusetzen. Schlagen Sie einen Tipp auf, lesen Sie ihn durch und probieren ihn aus. Auch mehrmals am Tag.

Warum es genau 80 Tipps sind? Ich kann Ihnen die Frage nur ehrlich beantworten; mir fiel im Moment nicht mehr ein. Also, sollten auch Sie so einen meiner Aufsteller auf Ihrem Schreibtisch stehen haben und es fehlt Ihnen ein wichtiger Tipp, dann schreiben Sie mir. Vielleicht kann ich diesen in meinem nächsten Druck mit aufnehmen. Und wenn Sie noch keinen Aufsteller besitzen, freue ich mich über Ihre Bestellung! Eine E-Mail oder ein Anruf genügt.

Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute und viele kleine Pausen über den Tag verteilt.